Erwerbsloser zeigt Zeitarbeitsfirma Handstad an wegen Ausbeutung der Arbeitskraft aus einer Notlage heraus nach § 233 StGB

22 Sep

Soeben erreicht mich die E-Mail eines findigen Erwerbslosen, der es nur nach drei Bewerbungen innerhalb der Zeitarbeitsbranche auf die sogenannte Schwarze Liste (Blacklist) geschafft hat. Auf diese Liste gelangen nur besonders kritische Bewerber, die der Zeitarbeitsbranche ein Dorn im Auge sind, weil sie sich als Humankapital nicht verwerten lassen.

Nach Insiderinformationen wird die Blacklist vom Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister inoffiziell per EDV eingepflegt und geführt. Dem Lobby-Verein gehören mittlerweile über 700 Mitgliedsbetriebe an, welche über ein gemeinsames Datenaustausch- und Verbundsystem unter anderem auch Zugriff auf die Blacklist erlaubt.

Der Bewerber erhielt am nächsten Tag gleichzeitig von den drei größten Zeitarbeitsfirmen jeweils eine schriftliche Absage mit der Aufforderung von einer erneuten Bewerbung abzusehen. Mit folgendem Schreiben kommt man unwiderruflich für alle Zeiten auf die Blacklist aller 700 angeschlossenen Zeitarbeitsbetriebe:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

soeben erhalte ich von meinem Jobcenter einen Stelleninformationsvorschlag mit dem Zwang per Rechtsfolgenbelehrung mich bei Ihnen bewerben zu müssen, damit ich keine Leistungskürzung per Sanktionsbescheid erhalte.

Wer eine andere Person unter Ausnutzung einer Zwangslage oder der Hilflosigkeit … in Sklaverei, Leibeigenschaft oder Schuldknechtschaft oder zur Aufnahme oder Fortsetzung einer Beschäftigung bei ihm oder einem Dritten zu Arbeitsbedingungen, die in einem auffälligen Missverhältnis zu den Arbeitsbedingungen anderer Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer stehen, welche die gleiche oder eine vergleichbare Tätigkeit ausüben, bringt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.  Der Versuch ist strafbar.

Bitte teilen Sie mir  innerhalb von drei Werktagen mit, ob Sie von dieser angebotenen Form der Ausbeutung der Arbeitskraft profitieren wollen oder nicht, damit ggfs. mein Rechtsanwalt Strafanzeige nach § 233 StGB (Screenshot hier) gegenüber Ihrer Firma einlegen kann.

Im übrigen bitte ich Sie mir erklären zu wollen, wie Sie meine Bewerbung und meine Beschäftigung mit §138 BGB, §253 StGB, §233 StGB, §34 BDSG und §35 BDSG in Einklang bringen wollen.

Diese Nachricht ist nur für den o.g. Arbeitgeber bestimmt und enthält Informationen, die vertraulich sind. Durch deren Übersendung wird nicht auf das Datenschutzrecht am Inhalt oder auf die Vertraulichkeit des Inhalts verzichtet.  Jede Form der Kenntnisnahme, Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe der erlangten Informationen über den o.g. Arbeitnehmer durch den o.g. Arbeitgeber gegenüber Dritten beispielsweise Jobcentern ist unzulässig und wird zu Lasten des o.g. Arbeitgebers zugunsten des o.g. Arbeitnehmers mit einer Konventionalstrafe in Höhe von 50.000 Euro, zahlbar innerhalb 14 Tagen, fällig.

Gern können Sie meine Daten gegen die Zahlung einer Schutzgebühr in Höhe von 50.000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer in Ihrer Adressdatenbank für 12 Monate führen. Die Weitergabe meiner Daten an Dritte ist Ihnen während dieses Zeitraumes und darüber hinaus nicht gestattet. Für die unerlaubte Aufbewahrung meiner Daten werden 500.000 Euro fällig, für die unerlaubte Weitergabe meiner Daten an Dritte werden für jede unerlaubte Weitergabe jeweils 1.000.000 Euro, bei geschäftsmäßiger/gewerblicher Nutzung dieser unerlaubten Weitergabe jeweils 2.000.000 Euro fällig.

Ich behalte mir das Recht vor zum Vorstellungsgespräch einen Beistand/Rechtsanwalt mitzubringen, sollten Sie jedoch von dem o.g. Angebot keine Verwendung machen, so betrachten Sie bitte dieses Schreiben als gegenstandslos.

Mit freundlichem Gruß

 

Der Gesprächsverlauf kann von der Realität geringfügig abweichen. Die Namen aller beteiligten Personen und die Orte der Handlung, Verwechselungen sowie Ähnlichkeiten mit lebenden oder realen Personen wären rein zufällig.