Fallmanager reicht skurilles Kündigungsschreiben beim Jobcenter ein

24 Nov

Soeben erreicht mich die E-Mail eines Fallmanagers, der in der Nacht von vergangenen Sonntag auf Montag wohl dermaßen schlecht geträumt haben muß, daß er folgendes Kündigungsschreiben beim Jobcenter einreichte.

 

21.11.2016

Fristlose Kündigung meiner Tätigkeit als Fallmanager

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich fristlos. Meinen Kündigungsgrund füge ich als Anlage bei.

Mit freundlichen Grüßen
Fallmanager a. D.

Anlage : Kündigungsgrund

 

Gedächtnisprotokoll meines Traumerlebnisses
in der Nacht vom 21.11.2016 als Kündigungsgrund

Gott : „Willkommen im Leben nach dem Tode, Herr Fallmanager. Sie sind tot!“

Fallmanager : „Was wird hier gespielt?“

Gott : „Ich hab´s Ihnen gesagt, Sie sind tot. Das ist das Leben nach dem Tod und ich bin Gott.“

Fallmanager : „Sie sind nicht Gott!“

Gott : „Blasphemie. Sie können von Glück reden, daß ich Sie nicht vertreibe oder ohrfeige. Sie müssen sich bewußt machen, daß Ihr Leben vor fünf Minuten zu Ende gegangen ist.“

Fallmanager : „Nein, ich bin nicht tot.“

Gott : „Wie Sie meinen. Wenn Sie wirklich mehr Beweise für Ihren postmortalen Status verlangen, dann werde ich Ihnen wohl ein paar geben müssen.“

Der verstorbene Vater des Fallmanagers trat aus einem gleißend hellen weißen Licht heraus.

Vater zum Fallmanager : „Ich habe Dir doch gesagt, daß Du nicht weglaufen solltest, um auf die Akademie der Agentur für Arbeit zu gehen!“

Fallmanager : „Ja, Vater!“

Vater zum Fallmanager : „Ich sagte Dir, daß die Agentur für Arbeit Dir ein böses Ende bescheren würde. Aber Du wolltest ja nicht auf mich hören. Das hast Du nun davon, tot, bevor Deine Zeit abgelaufen ist! Warum hast Du nicht auf mich gehört? Wußtest Du nicht, daß ich immer nur Dein Bestes wollte?“

Danach verschwand der Vater des Fallmanagers wieder im weißen Licht.

Gott : „Er ist nicht der Einzige, der gern ein Wörtchen mit Ihnen reden würde.“

Stimmen ertönen …

Stimme : „Warum Fallmanager, warum hast Du es getan? Warum hast Du mich sanktioniert? Warum hast Du mich zu Tode sanktioniert?“

Gott : „Das sind die Stimmen all der Leute, die Sie im Laufe der Jahre getötet haben.“

Fallmanager : „Ich habe Sie getötet? Wie meinen Sie das?“

Gott : „Der Tod hat Sie wohl begriffsstutzig gemacht, Fallmanager! Das sind die Stimmen all der Leute, die wegen Ihres Sanktionierens oder Ihrer Untätigkeit gestorben sind. Falls Sie jetzt ein paar Worte des Bedauerns finden sollten, werden Ihnen bestimmt alle zuhören. Es ist ein wütender Mob. Ich würde also nicht zu lange zögern!“

Fallmanager : „Ich habe nicht die Absicht hier den Hofnarren für Sie zu spielen!“

Gott : „Sie tun das nicht für mich, sondern für sich! Jetzt können Sie Frieden schliessen mit Ihrer erbärmlichen Vergangenheit.“

Fallmanager : „Es fällt mir schwer zu glauben, daß Sie dies einzig und allein für mein Seelenheil tun.“

Gott : „Nun, da Sie die Mühsal des Irdischen abgestreift haben, können wir ein wenig Zeit miteinander verbringen.“

Fallmanager : „Ein wenig Zeit miteinander? Wieviel Zeit?“

Gott : „Die Ewigkeit! Sind Sie sicher, daß Sie kein Bedauern oder Schuldgefühle gegenüber Ihrem früheren Leben hegen? Ich meine ich möchte Sie nicht pausenlos klagen und jammern hören.“

Fallmanager : „Sollte ich wirklich tot sein, dann bedauere ich nur, daß ich Sie nach dem Tode hier vorfinde.“

Gott : „Sie kränken mich. Schließlich war nicht ich die Ursache für Ihren Tod. Übrigens, wie haben Sie Ihr Leben überhaupt verloren?“

Fallmanager : „Durch einen Fehler!“

Gott : „Höre ich da ein Bedauern heraus?“

Fallmanager : „Ich bedauere vieles was ich damals tat.“

Gott : „Tatsächlich?“

Daraufhin erschien eine dramatische Szene in einer Art Zeitraffer halbtransparent in einem gleißend hellen Licht, wie der Fallmanager im Laufe seiner Tätigkeit lächelnd unzählige 100% – Sanktionsverfügungen unterschrieb. Dann erschien die Szene seines Todes durch einen verzeifelten und im Affekt handelnden Erwerbslosen.

Gott : „Es war nicht sehr klug von Ihnen soviele Sanktionsbescheide zu erlassen, nicht wahr?“

Fallmanager : „Nein, das war es nicht!“

Gott : „Und habe ich Sie lächeln gesehen?“

Fallmanager : „Ich war damals ein anderer Mensch. Arrogant, machtbesessen, undiszipliniert – ich bin viel zu egoistisch gewesen, und besaß viel zu wenig Weisheit. Ich finde nur schade, daß man mich erschlagen mußte, bevor ich diese Lektion gelernt habe.“

Gott : „Also, wenn Sie alles nochmal tun müßten, dann?“

Fallmanager : „Dann würde ich beim Jobcenter kündigen und mich für den Rest meines Lebens dafür einsetzen, daß mit dieser unsäglichen Sanktioniererei endgültig Schluß ist.“

Am nächsten Morgen erwachte ich und stellte dabei voller Freude fest, daß ich noch lebte. Nach dem Frühstück schrieb ich diese Kündigung, die Sie jetzt per FAX auf Ihrem Schreibtisch liegen haben dürften. Die unbekannte Zukunft rollt auf mich zu und zum ersten Mal sehe ich ihr mit einem Gefühl der Hoffnung entgegen. Denn, wenn ich als Ex-Fallmanager den Wert eines Hartz-IV-Empfängers schätzen lernen kann, dann können es die anderen 59.999 in Ihrem Hause vielleicht auch.

 

passend auch dazu

 

„Fallmanager“

Fallmanager setzen vorgeschriebene Sanktionsquoten um

Fallmanager und ihre Jobcenter-Telefon-Listen

Fallmanager und das kleine Einmaleins der Jobcenter-Mitarbeiter (Neusprech)

Wann sind Fallmanager für finanzielle Fremdschäden infolge Falschberatungen gegenüber Erwerbslosen regresspflichtig? (PNG-Grafik)

Fallmanager ohne Berufshaftpflichtversicherung haften mit Privatvermögen

Fallmanager geraten mit dem Gesetz in Konflikt / Es drohen Haftstrafen & Schadensersatz

Fallmanager privat verklagen

Fallmanagerin bekommt Arbeitszeugnis von Erwerbslosen per FAX übersendet

Fallmanger von Erwerbslosen mit Fragebogen geschockt

 

passend auch dazu die BEST of Detlev Audio-Clips

 

Bewußtsein herstellen / Hartz-IV

MP3 Macht der Menschen durch Ängste blockiert (2 Min)

MP3 Eingliederungsvereinbarungen brauchen nicht unterschrieben werden (3 Min)

MP3 Immer mit Beistand zum Jobcenter Remonstrationsrecht/pflicht bei Jobcentern unbekannt (10 Min)

MP3 Wir muessen fuer uns selbst Lobby-Arbeit machen beispielsweise Menschlichkeit beim Jobcenter einfuehren (8 Min)

MP3 Sich den unmenschlichen Behandlungen bewusst werden Die Meisten kennen ja noch nicht einmal ihre Grundrechte (1 Min)

MP3 Leistungskürzung von 100 auf 0 / Mitarbeiter vom JobCenter nicht dicht unterm Pony (1 Min)

mehr von Detlev hören? Mißstände hier / Lösungen hier  / alle Themen hier

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