Erwerbsloser Jugendlicher aus Bank verwiesen!

11 Jan

Soeben erreicht mich die E-Mail eines völlig aufgelösten Elternpaares aus Frankfurt.  Der 15 jährige Sohn aus einer Mittelstands-Unternehmer-Familie hatte am letzten Donnerstag bei der Hausbank seiner Eltern  im Alleingang eine persönliche Kundenberatung erwünscht. Nach einer Wartezeit von rund 15 Minuten wurde er seinen Angaben zur Folge von einer jungen attraktiven Bankangestellten aus dem Wartebereich abgeholt und in ein gläsernes Büro geführt in welchem schon der persönliche und bekannte Ansprechpartner seiner Eltern wartete.

Nach Angaben des Bankangestellten habe der Junge versucht sein Taschengeld aufzubessern indem er im weiteren Gesprächsverlauf grundlegende Informationen über Derivate, wie Bonuszertifikate und noch hochspekulativere Papiere wünschte.  Der Bankangestellte machte ihm klar, daß er aufgrund seines Alters von 15 Jahren noch nicht geschäftsfähig sei. Daraufhin machte der Junge dem Berater klar, daß auch nicht er selbst die Geschäfte persönlich betreiben will, sondern für seine geschäftlich tätigen Eltern renditeversprechende Wertpapierkennnummern (WKN) suche an dessen Gewinn er beteiligt werden sollte.

Nach den Angaben des Jungen zur Folge zückte daraufhin der Bankangestellte sogleich auch ein Papier, aber leider kein Wertpapier und verlas die Worte „Das Bundesfamilienministerium hat gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) das Faltblatt ‚Glücksspiel: Nix für Jugendliche‘ herausgegeben. Das Faltblatt informiert schwerpunktmäßig über den Glücksspiel-Paragraphen des Jugendschutzgesetzes (§ 6) und fasst die aktuellen Regelungen zusammen“,  und überreichte es dem Jungen mit den Worten, daß dieses Blatt das einzige Papier wäre was er von ihm haben könnte. Der Junge erkundigte sich sofort danach was denn die Glücksspiel-Paragraphen mit seiner Bank zu tun hätten. Unbeirrt von der Frage fordete der Berater den Jungen kaltschnäuzig auf die Bank zu verlassen.

Der junge Mann verlies das Büro und bewegte sich nun auf den Ausgang der Bank zu, als ihn plötzlich die hübsche Bankangestellte vom Empfang wieder begegnete und ironischerweise danach fragte, ob er noch ein wenig Zeit übrig hätte, um an einem Gewinnspiel teilzunehmen bei dem er 20.000 EURO gewinnen könne, er bräuchte nur einen Bausparvertrag von seinen Eltern auf seinen Namen unterschreiben lassen.  Nach den Aussagen der Bankangestellten soll der junge Mann dann völlig die Nerven verloren haben und sie lautstark mit folgenden Worten angebrüllt haben:  „Sag mal, bin ich hier im Spielcasino oder in einer Bank?“

Die Eltern des Jungen kündigten inzwischen an, das „Spielcasino“ aufgrund des Vorfalls wechseln zu wollen.

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